Sonntag, 8. Januar 2017




Geschafft!!!

2. Hand-OP gestern gut überstanden!



Bin um 15 h ins Sanatorium Döbling marschiert,
hab dort brav gleich den 1. Spitalstag samt OP-Saal-Miete privat bezahlt
und durfte dann mein Zimmer beziehen.

Jetzt - nach fast 4 Wochen seit der 1. OP im Böhler -
hatte ich ja schon Routine.



Um 16.28 h wurde ich samt Bett abgeholt,
in den 1. Stock gefahren 
und bekam wieder eine axilläre Plexusanästhesie in die rechte Achsel
und eine "Wurschtigkeitsspritze" in den Venenkatheter links verpasst.

Die Hand wurde wieder gefühllos und fühlte sich nur noch eiskalt an,
obwohl sie beim Betasten durch die Linke schön warm war.

Angst oder Nervosität hatte ich dann keine mehr,
ungeduldig war ich aber trotzdem noch!

Soooo lange allein im Bett rumliegen und warten ...
es waren sicher wieder ca. 45 Minuten.

(Habe erst später herausgefunden,
dass bei Lokalanästhesien genau eine Dreiviertelstunde gewartet wird,
bis die Medikamente wirklich wirken!)



Wenigstens ist es unterhaltsam,
den Monitor, der über und hinter mir meine Vitalfunktionen überwacht,
zu versuchen, ein wenig zu steuern.

Von anfänglich 98 zu 58 bin ich dann bei 98 zu 78 ...

(167 wie hier im Bild bekomm ich höchstens beim Sport :-))



Endlich!

Es geht ab zur Patientenschleuse,
aber davor heißt es wieder 10 Minuten warten ...

Außerdem ist mir von der Heizdecke,
die ich vorhin verlangt hatte,
jetzt doch viel zu heiß.

Ich schwitze ...



 Beim Umbetten helfe ich, so gut ich kann, mit.

Dezent wird ganz nebenbei das OP Hemd entfernt
und ich bekomme eine Decke übergestreift.



Dann geht's ab auf in den OP-Saal und ich werde so hingeschoben,
dass mein rechter Arm auf den Ausleger gelegt werden kann..

Der Anästhesist provoziert mich wie schon vorhin,
damit ich zum Reden anfange,
damit er die Wirkung seiner Sedierung kontrollieren kann.

Meine letzten Worte waren noch:
"Ich schnarche nicht, glaub ich ..."

Dann schlaf ich schon wieder
und bekomme überhaupt nichts mehr mit!



 Dann wird mir die Schiene abgenommen,
der Arm komplett desinfiziert, 



und lt. OP-Bericht die Blutleere angelegt:

Zuerst wird der Arm abgewickelt,
dann wird die Kompresse am Oberarm aufgeblasen.



Blutleer ist der Arm wesentlich blasser
und natürlich viel leichter zu operieren,
weil dann kein Blut mehr hindert.

Eine Gliedmaße kann bis zu 6 h blutleer bleiben,
ohne Folgeschäden zu erleiden!



Dann wird die 3,5 Wochen alte Narbe wieder aufgeschnitten,
und proximal (also näher zum Körper) noch 1 cm erweitert.

Sobald meine schon etwas schrumpelig gewordene Sehne gefunden wird,
wird sie gedehnt und am Hakenbein festgemacht,
damit sie sich nicht wieder selbständig macht.

Danach werden die gerissenen Fäden der beiden Mitek-Anker
von meiner Sehne entfernt - dort waren sie in Form einer 8 angenäht.



Schließlich bekomme ich ein 1,2 mm breites Loch
in das untere Ende meines 5. Mittelarmknochens gebohrt.

(Gott sei Dank schlafe ich,
allein das Geräusch würde mich schon fast wahnsinnig machen ;) !!!)




Letztendlich wird das Sehnenende samt Knochenbröseln
mit einem "Blumendraht"
(Chirurgenfachchargon ;), eigentlich Kirschner-Draht aus Titan)
eingefangen und am Knochen fixiert,
an dem es ja ursprünglich angewachsen war.

Die beiden kleinen "Titan-Dübeln" müssen drinnen bleiben,
sonst würde mir der 5. Mittelhandknochen auch noch brechen ...



Wieder werde ich genau beim Verbinden meiner "rechten Pfote" wach:

Habe diesmal sogar einen Gips verpasst bekommen
mit einem Mini Redon Drain, ...



... d.h. einer Mini-Drainage,
von der der dünne Schlauch mit Löchern in meiner Hand steckt,
um mittels Unterdruck im Überlaufgefäß das Blut,
das sich in meiner Wunde sammelt, aufzufangen.

Noch tut nichts weh,
die Plexusnarkose wirkt noch.



Aber wieder zurück am Zimmer,
lässt die Lokalanästhesie diesmal schon nach
(was mir an und für sich lieber ist, als den Arm eine ganze Nacht nicht zu spüren!!),
aber es fängt auch ein wenig zu pochen an.

Ich bitte um einen Venentropf mit Voltaren:
Ja, dann geht es wieder.



Dann meldet sich tatsächlich auch schon der Hunger,
ich habe ja seit nunmehr 8 Stunden weder was gegessen noch getrunken.

Wusste gar nicht, dass Hühnersuppe mit Nudeln so gut schmecken kann ;).

Allmählich spüre ich meinen hochgelagerten rechten Arm immer mehr,
auch mein Kreislauf ist wieder voll da.

Um 22 h gibt's dann kein Halten mehr:



Ich will nach Hause und packe mich
im Beisein einer Krankenschwester zusammen.

Meine Verwandten und Bekannten,
die auf Abruf bereit sind, brauche ich nicht.
Die wollen ja auch schon bald schlafen ...

Ob ich denn kein Taxi nach Haus nehmen möchte?

Nein, ich hab ja nur 7 Minuten zu Fuß,
da wäre jeder Taxifahrer enttäuscht ...


Wieder zu Hause begutachte und fotografiere ich meine Hand.

Dann geht's ab ins Bett,
wo irgendwann die Schmerzen stärker werden.



Aber Gott sei Dank gibt's ja Schmerztabletten.

Und Magentabletten gleich dazu ...








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