Mittwoch, 14. Dezember 2016



Nach meiner (1.) Hand-OP:

In der Früh geht es mir ganz gut,
habe aber leider nur wenig geschlafen in der Nacht.




Dann kommt gegen 10.30 h die Visite,
meine Narbe wird aufgedeckt, ich sehe sie zum ersten Mal:



Sie ist gut verschlossen, nässt nicht


und das Hämatom rundherum hält sich in Grenzen.

Natürlich ist meine rechte "Pfote" noch geschwollen,
nach dem, was sie seit gestern alles durchmachen musste.

Der Chirurg hätte vielleicht ein wenig hübscher nähen können,
aber sonst bin ich zufrieden - die Ärztin auch.

Ich darf sicher heute wieder nach Hause!



Dann wird mir noch eine Schiene angepasst,
ehe ich gehen darf.



Faszinierend ist, dass dieses Material sich ganz meinem Unterarm anpasst,
solange es noch warm ist und dann aushärtet.

Die runde Stelle ist nicht meine Uhr, die mitgeschient wurde,
sondern ein Wattepad, der zum Schutz des Ellenknochenköpfchens dient,
das ja bei jeder Hand ein wenig heraussteht
(oft auch als "Überbein" ... ).

Diese Schiene ist also ganz individuell und nur für MEINE Hand gemacht.



Da ich nur wieder nach Hause will, verzichte ich auf das Mittagessen,
hole meine Sachen - Strumpfhose und Minirock - aus dem Schrank
und gehe mich sicherheitshalber im angeschlossenen Badezimmer anziehen.

Als ich mit der rechten Hand ein wenig mithelfen will,
die enge schwarze Strumpfhose anzuziehen, passiert es:

Irgendetwas reißt in meiner Hand - und zwar gleich 2x!!!


(Formel für Diclofenac, Wirkstoff im Voltaren)

Ich spüre es deutlich trotz Schmerzmittel, das noch gut wirkt.

Obwohl ich die Krankenschwestern der Station beim Mittagessen störe,
bitte ich nochmals un die Ärztin, die mich vorhin "frei" gegeben hat.

Es dauert ...

Ich muss mich wieder ins Bett legen,
das ich eigentlich verlassen wollte.

Mein Herz klopft ziemlich wild,
mir gehen 1000 Gedanken durch den Kopf.

Die Ärztin versteht meine Bedenken sofort,
lässt mich zum neuerlichen Röntgen abholen und ...

Ja, es stimmt - leider!



Die Fäden der beiden Mini-Mitek-Anker

(ich nenne sie heute "meine kleinen Titan-Handdübel":)),

die mir bei der OP in den 5. Mittelarmknochen gesetzt worden sind,
um die Sehne des ellenseitigen Handstrecker-Muskels
(med. "tendo extensor carpi ulnaris") festzuhalten,
sind beide gerissen.



 Alles ist wieder wie vor der OP,
nur dass ich jetzt meinen 1. Edelstahl im Körper habe
(kleine weiße Flecken rechts unten in der Hand).


 Na bumm!!!

Wozu dann die ganze OP???

War jetzt alles für die Katz?!?


Ich lasse mir dann doch beim Anziehen helfen,
vermeide die vermaledeite Strumpfhose endlich
und lasse mir nur die Pyjamahose anziehen,
die mir meine Schwester inzwischen gebracht hat.

Nicht ohne noch einige Male inbrünstig "Sch...." zu rufen
und mich dafür natürlich bei der Krankenschwester zu entschuldigen.

Sonst ist Gott sei Dank eh keiner im Raum ...



Was nun? 


Man könnte das jetzt nicht nochmals operieren
wegen der Infektionsgefahr ...


Später erfahre ich, dass das Humbug war!

Man hätte es sofort nochmals richten sollen,
wenn nur irgendwer dort gewusst hätte, WIE!!!

Laut OP-Bericht, den ich später verlangte,
ist nämlich auch noch versucht worden,
das kleine Knochenstückchen, das noch an der Sehne hing,
mit einer Schraube zu fixieren.

Dabei ist das kleine Knochenstückchen zerbröselt,
die beiden Ankerchen und ihre Fäden
hätten nun die Sehne allein halten sollen ...

Wie lange das wohl sonst gut gegangen wäre?

Was ich nun tun darf und was nicht,
darüber hat mich nach der OP einfach NIEMAND aufgeklärt!

Zu viele Köche (Ärzte) verderben nun einmal den Brei,
heißt es doch so "schön":

Das war immerhin nun schon Arzt No. 4 innerhalb von 24 Stunden,
der mich begutachtet und/oder behandelt hat!



Ratlosigkeit also nicht nur bei mir ....


Aber ich will jetzt ohnehin nur nach Hause!!!



Und ins Bett!

Endlich schlafen und alles verdauen,
was seit gestern Früh passiert ist ...



Doch eine negative Überraschung wartet hier noch auf mich:

Wie komm ich überhaupt in meine Wohnung hinein??? 

Ich bin Rechtshänderin und habe mein Leben lang
Schlösser nur mit der rechten Hand aufgesperrt.



Irgendwie bugsiere ich den Schlüssel "mit links" ins Schloss,
doch die Drehung schaffe ich bei meinem Sicherheitsschloss einfach nicht.

Gerade als ich schon die Nachbarn um Hilfe bitten will,
versuche ich es noch ein letztes Mal mit aller Kraft:

Da geht sie endlich doch noch auf!


Und ich ahne es schon:

Mit nur 1 "gebrauchsfähigen" Hand 
wird es die nächsten Wochen noch "lustig" werden :(( !!!













Dienstag, 13. Dezember 2016


Heute früh ist's passiert:

Habe einen Salto vom Fahrrad geschlagen!!

Eine Passantin ging seelenruhig am Fahrradweg,
ich kam aus ihrer Sicht von hinten
und ich Depp hab noch geklingelt,
statt einfach an ihr vorbeizufahren.

Sie ist mir natürlich genau ins Rad hineingelaufen ...

Ich habe noch geschrien "Ja, genau ...",
dann flog ich schon und saß danach am Boden.

Sie entschuldigte sich vielmals,
half mir, mein Zeug aus dem Fahrradkorb,
das überall verstreut war, zusammenzuklauben
und war dann dahin.

Weil sie Ausländerin war und schlecht Deutsch sprach,
versuchte ich gar nicht, 
ihre Daten aufzunehmen.

Sie wäre wahrscheinlich ohnehin davongelaufen.



Ich ging sofort in Gedanken meinen ganzen Körper durch
und fühlte nach, ob noch alles funktionierte.

Ja!

Ich hatte nirgendwo Schmerzen 
und war offensichtlich mit dem Schrecken davon gekommen.

Also packte ich mein Zeug und fuhr weiter,
ich wollte einfach nur ins Büro.

Während des Fahrens
- ich hatte noch gute 15 Minuten Fahrzeit vor mir -
merkte ich, dass ich mit der rechten Hand
nur noch runter-, aber nicht mehr hinaufschalten konnte.

Aha, da war also doch etwas nicht ok,
aber es tat wenigstens nicht weh.

So griff ich mit der linken Hand hinüber zur Schaltung, 
schaltete fortan mit links und fuhr einfach weiter.



Erst im Büro merke ich weitere "Defizite" meiner rechten Hand:



Ich kann den Fahrradkorb nicht mehr mit der Rechten tragen
und habe dabei Schmerzen.

In der Dusche kann ich nicht einmal den Duschkopf halten,
dann kämpfe ich sehr mit der engen Strumpfhose:

Ich kann mit der rechten Hand nicht mehr ziehen,
es tut höllisch weh ...



Erst hole ich noch Eis aus der Kantine,
um meine rechte äußere Handkante,
die oberhalb des Handgelenks schon leicht anschwillt, zu kühlen.



Dann beschließe ich,
mir meine Hand im Unfallkrankenhaus 
auf jeden Fall ansehen und röntgen zu lassen.

Ich bin schließlich Rechtshänderin ...


 
Dann ist das Röntgen da und die Diagnose:
Abrupt. ossea tend. ext. carpi ulnaris dexter.

(Das untere Köpfchen des rechten Mittelhandknochens s. Pfeile

ist ausgerissen und hängt in der "Luft".

Die Sehne, die mitdranhängt,
ist am Röntgen nicht zu erkennen).

Ich verstehe erst einmal gar nichts,
irgendeine Sehne ist ausgerissen,
Schmerzen hab ich wenigstens immer noch keine ...

Und?


 
 Mein wahrscheinlich größtes "Pech"(:-P) an diesem Tag aber ist:

Erstuntersucher ist dieser Arzt
und mir ist auf einmal relativ wurscht, was ich hab:

Welche Frau kann diesem Blick schon widerstehen :))) ?!?!?!?



Mich haut's dann aber doch fast um,
Gott sei Dank sitze ich schon:

Man will mich noch heute operieren!!!

Was ich denn bisher gegessen hätte ...

"Nur Obst und vorhin 2, 3 Kekse", sage ich kleinlaut, 
bin in Gedanken aber schon mit der Organisation
meiner heutigen, völlig unerwarteten OP beschäftigt.
Meiner 1. seit 38 Jahren!!!

Operiert er mich denn :)??

Hab ich auch alles dabei, was ich brauche?
Wen muss ich aller verständigen?
Im Büro wissen sie schon Bescheid, aber sonst ...



Ich habe nichts dabei außer meiner Kleidung
- Minirock und Stöckelschuhe, wie passend :((( -
und meiner Handtasche.

Die ist aber wenigstens fast "nordpoltauglich", wie ich immer sage:
Also so gut wie alles drinnen, was ich jeden Tag brauche.

Ok, ich willige ein, 
möchte nicht noch 2 Tage warten.



Denn inzwischen hat man mir eine Korkschiene verpasst,
mit der ich mit der rechten Hand einfach gar nichts mehr machen kann,
weil sie über die Finger hinausgeht wie diese hier,
ich kann nicht einmal mehr schreiben damit ...

Dann geht alles schnell,
man merkt die Routine des Personals:



Venflon
(= Venenkatheder, natürlich links,
wenn rechts operiert werden soll),



Blutabnahme - gleich 3 Ampullen voll!! -, 



EKG,
und dann werde ich in den 4. Stock zur Aufnahme geschickt.
Dort hilft mir die freundliche Schwester gleich beim Ausziehen.



Und ab geht's ins sexy und rückenfreiePatientenhemdchen für OPs
und dann ins frisch gemachte Spitalsbett.

Wenigstens hat man mir die Thrombosestrümpfe erspart,
ich hätte sie ohnehin verweigert ;).



Die 6-stündige Wartezeit bis zu meiner OP-Vorbereitung um 16.30 h
bleibe ich recht ruhig, ich kann es ja eh nicht mehr ändern.

Anfangs bin ich ohnehin noch beschäftigt,
die nötigen Formulare mit links auszufüllen.

Als Strafverschärfung gibt es dazu nur einen roten Kuli,
damit ja jeder sehen kann,
dass ich mit der Linken noch schlechter schreibe als ein Volksschüler ;).



Dann kommt noch der Anästhesist zu einem Vorgespräch,
der wird aber per Handy abgeordert
und ist dann so gestresst, dass ich hoffe, dass es nicht der wird!!

Gott sei Dank bleibt mir die Vollnarkose erspart,
mit Regionalbetäubung des rechten Armes
und einer Sedierung während der OP,
so dass ich nichts davon mitbekomme, bin ich zufrieden.

Um 16.30 h holt man mich endlich ab
und schiebt mich in meinem Bett durch die Gänge in den Lift
bis in den 1. Stock und in den riesigen, neonlicht-geflutete OP-Vorbereitungsraum,
wo schon 3 Assistenten herumwerken.



Ein anderer, weitaus weniger gestresster Anästhesist stellt sich vor
und fragt dann locker und lässig:

"Und wie heißen Sie? Lieblingsfarben? Hobbies? Allergien?"

Ich bin schlagfertig, sage sofort meinen Namen und:
"Farben und Hobbies tun hier sicher nichts zur Sache,
aber Allergien hab' ich keine ...."

Er scheint zufrieden,
ich bin offensichtich guter Dinge und zurechnungsfähig.



Dann gehen sie an die Arbeit:
Während der Anästhesist mir die axilläre Plexusblockade spritzt,



injiziert mir ein anderer über den Venflon
ein Sedierungsmittel, das aber anscheinend erst später wirken soll,
denn ich muss noch mithelfen,
auf den OP-Tisch überzuwechseln.

Ich wollte mich noch am Oberschenkel kratzen,
bin aber schon festgeschnallt:



Aber jetzt geht's ohnehin ab ins Reich des Morpheus :))).



Als ich aufwache, weiß ich erst gar nicht, wo ich bin.
Noch im OP? Warum?

Ich hatte doch gerade noch soooo schön geträumt!



Dann bekomme ich mit,
wie man mir gerade die Hand auf der Korkschiene fertig verbindet.

Noch ist die grüne, sterile Abdeckung,
die meinen rechten Arm vom Körper trennt,
teilweise da und zu sehen.



Ich habe gleich Durst
und bekomme tatsächlich in einem Plastikbecher Wasser,
das ich natürlich nur mit links trinken kann.

Und mir wird nicht schlecht davon!!!
Es war also wirklich keine Vollnarkose ....

Dann geht's wieder rauf ins Zimmer
samt meinem "fahrenden Bett".



Dort habe ich bald "Spass" mit meinem völlig betäubten rechten Arm,
von dem ich mit geschlossenen Augen nicht einmal weiß,
wo genau er sich befindet.

Als ich ein wenig schlafen will und mich bequem hinlegen,
kommt mir mein bandagierter Arm entgegen.

Mit knapper Not kann ich ihn noch mit der Linken auffangen,
ehe ich mir damit noch die Zähne ausschlage!!



Der Anästhesist hat es wohl zu gut gemeint:

Mein Arm bleibt noch fast die ganze Nacht gefühllos,
erst in der Früh spüre ich ihn wieder,
habe aber wegen des Venentropfs keine Schmerzen.











Donnerstag, 8. Dezember 2016



Seit mehr als 3 Jahren 
fahre ich regelmäßig mit dem Rad
in die Arbeit und zurück.

Nur bei Regen, Schnee oder Glatteis fahre ich mit der U-Bahn,
gegen Kälte allein kann man sich ja schützen.

Dieser tägliche Sport hält fit und jung
und bringt täglich fast 1 Stunde sinnvolle Bewegung.

Von der frischen Luft und guten Laune 
gar nicht erst zu reden :)!



Außerdem sind wir in der glücklichen Lage,
im Büro gleich 2 Duschen zu haben.

Damit man sich nach dem "Strampeln"
duschen, umziehen ...



... und "arbeitsfertig" machen kann.



 Zum letzten Geburtstag haben mir die Kollegen dazu
einen Gutschein für einen Radhelm geschenkt,
den ich gleich am Wochenende darauf eingelöst habe.

Und seither ständig beim Radfahren aufhabe ...













Dienstag, 6. Dezember 2016


Da war alles noch ok ... :)



Ex-Turnerin erfreut sich bester Gesundheit und Fitness ...



... und tobt sich seit einem Jahr höchst erfolgreich 
an der Pole-Stange aus.


Ich war immer schon ein Bewegungsfreak,
hatte eigentlich nie eine Sportverletzung.

Arme oder Beine gebrochen haben sich immer die anderen, 
mir ist nie was passiert.

Kein Knochenbruch, kein Sehnenriss,
höchstens blaue Flecken oder Zerrungen
und hin und wieder Kreuzschmerzen
- der "Fluch" aller Ex-Kunstturnerinnen.